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Scharfer Blick und Ausdauer

15.08.2019 | Menschen

Name:
Ralf Berndt

Geboren:
02. September 1963 in Köln

In Köln seit:
immer schon

Beruf:
Fotograf

Lieblingsort:
am Rhein entlang

„Sport ist mein Leben“

Ralf Berndt läuft jeden Tag zwischen 11 und 30 km. Am liebsten abends. Denn die Alternative dazu wäre, morgens vor dem gemeinsamen Frühstück mit seiner Partnerin um sechs Uhr seine Runde zu drehen. Ralf Berndt liebt das, was er macht: Den Sport und generell den Spaß an der Bewegung. Schon im Alter von sechs jahren spielte er im Fußballverein und später auch Tischtennis. “Sport war immer schon mein Leben. Heute laufe ich oder fahre Rad.“

„Und dann gibt es ja noch die Fotografie!”

Sagt der 55-Jährige Kölner, der ausgebildeter Fotoingenieur ist. “Für mich war der Einstieg in die Fotografie aber ganz klar über den kreativen Bereich. Ich habe das technische Studium nur ergänzend gemacht. Denn ich hatte von Anfang an Spaß daran, Bilder zu machen und Fotos zu gestalten. Das ging so mit 16 Jahren los. Da habe ich mir eine Fotozeitschrift nach der anderen gekauft”, sagt der athletisch gebaute Ralf Berndt während er in seinem Fotostudio auf der Schäl Sick vor dem aufgebauten Setting sitzt.

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“Als ich anfing zu fotografieren, habe ich viele Menschen porträtiert, aber mir gefielen auch immer schon die Landschaften. Gleichzeitig fand ich es interessant, wie kreativ ein Studiofotograf sein kann. Er kann Situationen, Atmosphären gestalten. Er prägt mit seinem Setdesign die Bedingungen, unter denen ein Foto entsteht. Das wollte ich irgendwann auch können.”

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Ralf Berndt fotografiert in Nepal

„Ich will mich nicht auf eine Sache reduzieren lassen“

Ralf Berndt ist hauptsächlich für die internationale Werbebranche tätig und ist viel unterwegs.

Er möchte sich aber nicht auf eine Sache reduzieren lassen. Er porträtiert immer noch gerne Menschen in ruhiger Schwarz-Weiß-Ästhetik oder schießt Panoramabilder für aufwendige Bildbände. Das gehört zu seinen Spezialgebieten.
“Ich denke, dass ich klar und strukturiert arbeite. Und so sind dann auch meine Bilder. Ich sage immer, ein Bild muss auch bei flüchtiger Betrachtung den Kern sofort erfassbar machen, dass man sofort weiß, worum es geht”. Die Technik steht bei seiner Arbeit nicht allzu sehr im Vordergrund. „Ich brauche sie als Hilfsmittel, um meine Ideen kreativ und gut umsetzen zu können“.

Freude am Ausbilden

Seit rund 30 Jahren arbeitet Ralf Berndt als selbstständiger Fotograf. Sein umfangreiches Fachwissen vermittelt er auch gerne an Andere. Acht Azubis haben bei ihm eine Lehre gemacht. Das sei, so der erfolgreiche Unternehmer, in der Werbefotografie eine eher seltenere Sache.

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Ralf Berndt mit seinem ehemaligen Azubi Oliver Güth (links)

Ralf Berndt ist ein präzise und bewusst handelnder Mensch. Ihm war von vorne herein auch klar, dass er parallel zum Fotojob auch einen körperlichen Ausgleich braucht.

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„Laufen ist Freiheit.“

Das Laufen ist für ihn in den letzten Jahren zur Schwerpunktsportart geworden und stellt einen festen Bestandteil seines Alltags dar. “Laufen bedeutet für mich Freiheit. Wenn man im Flow ist, in Ruhe seinen Atemrhythmus hat und im Umfeld die Natur anschaut, dann ist das definitiv etwas Beruhigendes.” Dabei trainiert er am liebsten für einen zackigen Marathon, bei dem er versucht, das Tempo zu halten.

Der TUS rrhein. 1874 e.V.: Lauftechnik und Fotos von Vereinskolleginnen und Kollegen

Genauso wie in der Fotografie ist Technik auch beim Laufen sehr hilfreich. Um die richtig drauf zu haben, ist er 2015 in den TUS Köln rrhein. 1874 e.V. eingetreten. Der Turn- und Sportverein bietet auch ein Leichtathletiktraining an. Dort trainiert Ralf Berndt seine Lauftechnik und bringt auch manchmal die Kamera mit. “Ich habe meine Fotoausrüstung auch bei Leichtathletiksportfesten dabei und fotografiere gerne meine Laufkollegen.”
Am liebsten trainiert der Fotograf alleine. Schließlich hat er tagsüber bei seinen Werbeaufträgen genug Leute wie Stylisten oder Setdesigner um sich herum. Doch manchmal läuft er auch gerne mit seinen Vereinskollegen oder mit seiner Lebensgefährtin am Rhein entlang.

Das Kölnpanorama im Blickfeld

Köln

Wenn man viel trainiert, dann ist es auch was langweilig. Ich fange dann an, mit mir selbst zu reden, wenn ich da 10 Stunden in der Woche am Rhein entlang laufe. Der Rhein ist mir wichtig, weil er mir die Freiheit lässt, völlig unabhängig von Wetter oder Tageszeit trainieren zu können. Es ist auch schön, abends am Kölnpanorama vorbei zu laufen. Was wir auch lieben, ist in den Wald zu gehen. Sonntags sind wir im Königsforst. Oder wir laufen in der Voreifel, wo meine Eltern leben”.

Die Einsamkeit auf der Langstrecke: “Da komme ich schon in einen emotionalen Grenzbereich!”

Mittlerweile hat Ralf Berndt schon 38 Marathonläufe absolviert. In Deutschland, Antwerpen, Brüssel oder in Dubai, da er dort Familie hat. “Aber ich bin kein Marathon-Tourist. So wichtig ist mir das Herumfahren nicht. Trotzdem würde mich der New York-Marathon noch reizen„.

Im Grenzbereich

Beim Marathon liebt der Kölner es, wenn er Alles um sich herum ausblenden kann und ihm die Dinge nur noch fragmentartig erscheinen. “Besonders, wenn man an die harten Kilometer ab 30 bis zum Ziel denkt. Dann muss ich in meinem Gedankentunnel sein. Das sind oft sehr intensive, emotionale Erlebnisse, die aber trotzdem wie durch einen Filter wahrgenommen werden. Da kommt man bei dieser Strecke in einen emotionalen Grenzbereich.“ Ralf Berndt erzählt, dass er sich beim Laufen oder beim Radfahren nie fragen musste, was er denn da jetzt mache. Und was es für einen Sinn macht, den Körper zu solchen Höchstleitungen zu bringen. Für ihn ist das Alles selbstverständlich.

Allein im Dunkeln

Ein besonderes Erlebnis wird Ralf Berndt wohl nicht vergessen. “Das ist die so genannte ‚Nacht von Flandern‘, ein Wettlauf von 100 Kilometern. Dabei wurde mein Laufpartner irgendwann langsamer, und ich lief die letzten 30 Kilometer im Dunkeln alleine über Feldwege. Das war schon sehr speziell. Und es wurde auch immer einsamer. Ich weiß aber instinktiv, dass ich auch bei so einer langen Strecke nie umfallen werde. Der Mensch hat schon eine Menge Energie. Man muss nur mal bereit sein, sich da ran zu trauen und die frei zu setzen.”

Klar denken, der Vater als Vorbild und ein Zukunftswunsch

Bei so viel freigesetzter Energie wäre es auch nicht verwunderlich, wenn ihm während eines Langstreckenlaufs auch mal etwas ganz Geniales eingefallen würde. “Das war leider bisher nicht so. Ich glaube aber, dass das Laufen mich innerlich aufräumt. Dass ich danach klarer denken kann. Das ist dann auch hilfreich bei den Foto-Jobs.”
Für die Zukunft hofft Ralf Berndt, dass er genauso fit bleiben wird wie sein 82-Jähriger Vater, der als Handballspieler und Mittelstreckenläufer seinem Sohn die Sportbegeisterung mit in die Wiege gelegt hat. “Wenn ich dann irgendwann mal meinen inneren Schweinhund überwunden habe, um mich früh morgens zum Schwimmen aufzuraffen, dann kann ich vielleicht einmal über einen Triathlon nachdenken. Denn ich habe mir vorgenommen, irgendwann die Hawaii-Qualifikation zu schaffen und dort an den Start zu gehen.

Text: Claudia Cosmo
Fotos: Ralf Berndt/Oliver Güth

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