„Wir durften mutig sein“

18.12.2018 | Menschen

Name:
Mirjam Pell

Geboren:
in Scherzenden/Schweiz

In Köln seit:
1996

Beruf:
Diplom-Ingenieurin Architektin

Lieblingsort:
Die Mitarbeiterküche der GAG-Hauptzentrale

Ich bin die Innenarchitektin der neuen Hauptverwaltung der GAG Immobilien AG. Mein Büro hat sich bei diesem Projekt um die Bodenbeläge, Wandbeläge sowie die Gestaltung von Küchen und Netzwerkflächen gekümmert. Auch die Auswahl von Möbeln, Lampen und Vorhängen war unser Job.

Wir wurden früh in die Planungen eingebunden. Bevor der Bau überhaupt los ging, haben wir schon über die Bodenbeläge gesprochen. Normalerweise kommen Innenarchitekten erst sehr viel später ins Spiel. Das war schon toll, so viel Vorlauf zu haben.

Wohnlich sollte es werden

Unsere Idee der Innengestaltung war, etwas Wohnliches zu schaffen, keine kühle Architektur. Schließlich ist Wohnen auch die Kernkompetenz der GAG.

Der interessanteste Bereich für mich ist die große Mitarbeiterküche. Es ist sehr außergewöhnlich, dass Bauherren darauf so viel Wert legen. Es sollte tatsächlich eine Küche für die Mitarbeiter sein – keine Kantine. Und das ist sehr gut gelungen, wie ich finde.

Wir durften mutig sein und moderne Materialien benutzen. Als Material für Tische und Stühle haben wir zum Beispiel Massivholz gewählt, da es beim Bewegen weniger Lärm macht als zum Beispiel Metall. Bei üblichen Kantinen werden häufig Kunststoffoberflächen für Tische verwendet und Stühle mit Metallfüßen. Holz fanden wir aber viel wohnlicher.

Bei den Wänden fiel die Entscheidung auf warme Farben, damit sich die Menschen wohlfühlen und die Pausen effektiver sind. Eine Wand schmückt eine Fototapete, auf der überdimensional große Kornähren zu sehen sind. Das Korn hat natürlich etwas mit Essen zu tun, strahlt gleichzeitig etwas Sonniges, Positives aus und nimmt die Farbe der Möbel wieder auf.

Mirjam_Pell_05

Die curryfarbene Polsterbank am Ende des Raums hingegen ist in ihrer Höhe als Wandgestaltung bewusst übertrieben und dient außer als Möbel und Farbakzent als Schallschutz. Die übliche Geräuschkulisse, die entsteht, wenn viele Menschen zusammen essen und Stühle rücken, wird so gedämmt und gemindert.

In dieser Atmosphäre haben die Mitarbeiter nun die Möglichkeit, ihr selbstgekochtes Essen mitzubringen, es in einer der vielen Mikrowellen warm zu machen und gemütlich mit den Kollegen zu essen. Das ist schon etwas Besonderes, dass es über die normalen Büroarbeitsplätze hinaus so ansprechende Bereiche gibt, in denen sich die Mitarbeiter aufhalten und unterhalten können und sollen.

Bei Innenarchitektur geht es immer um Geschmack. Es gefällt nicht jedem alles. Deshalb bin ich sehr froh, dass es ein breites positives Feedback von den Mitarbeitern gibt.

Foto: Costa Belibasakis
Text: Jana Mareen Züger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*

Diese Webseite benutzt Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und sein Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr Informationen hier!.

OK