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„Anderen etwas zu bieten, macht mir Spaß“

23.07.2019 | Menschen

Name:
Marcus Nöll

Geboren:
29.04.1972 in Köln

In Köln seit:
1992

Beruf:
Saunaleiter

Lieblingsort:
Sylt. In Köln am liebsten auf dem Domplatz.

Als Sauna- und Bademeister arbeite ich schon seit dem Studium, aber früher habe ich das nebenberuflich gemacht. Ich bin gelernter Chemiefacharbeiter und habe Anlagen- und Verfahrenstechnik studiert. Später war ich für diverse Promotion- und Marketing-Agenturen tätig. 2018 habe ich dann aber meinen Agenturjob an den Nagel gehängt und leite seit dem 1. Dezember 2018 den Saunabereich im Ossendorfbad sowie vertretungsweise die Saunaanlage des Agrippabades. Ich sitze heute immer noch am Schreibtisch, plane Events, erstelle neue Aufgussprogramme und erledige weitere administrative Aufgaben, aber ich bin auch im operativen Geschäft tätig. Das ist das Besondere an meinem Job, eine Mischung aus allem. Hier habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

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Ich war schon als Kind gerne im Wasser. Jeden Freitag ist mein Vater mit mir zum Schwimmen gegangen. Später habe ich Wasserball gespielt, und ich gehe gern in die Sauna. Deswegen war es für mich ideal, als Student mein Geld dadurch aufzubessern, dass ich als Bademeister und Saunameister gearbeitet habe. Mir gefällt auch, dass das viel mit Gesundheit zu tun hat, denn Gesundheit ist mir wichtig. Ich achte auf meine Ernährung; jetzt, seitdem ich hier arbeite, noch mehr als früher. Wenn ich abends nach Hause komme, habe ich einfach mehr Lust auf einen Salat als auf Pommes.

Angenehm ist, dass die Leute hier so entspannt sind. Klar, deswegen kommen sie ja auch hierher: um sich zu entspannen! Außerdem sind die Kölner ja ohnehin sympathische Leute, die sich gerne begeistern lassen. Ich mag den Gästekontakt. Service, Dienstleistung; so etwas liegt mir einfach. Jemandem etwas zu bieten, das macht mir Spaß. Als Saunameister muss ich viel in den Gesichtern der Gäste lesen. Ich muss ja im Blick haben, ob es ihnen gut geht oder ob einer nicht mehr kann.

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Mir ist auch ein gutes Miteinander mit den Kollegen wichtig. Um den Teamgeist zu fördern, lege ich auch immer wieder selbst mit Hand an und gehe als gutes Vorbild voran. Bevor ich einem meiner Mitarbeiter sage, was er erledigen soll, möchte ich es erst einmal selbst gemacht haben, um zu wissen, ob es so funktioniert, wie ich es mir gedacht habe. Das ist mein Anspruch.

Jeder hat seine Technik

Von 10 bis 21 Uhr (am Wochenende bis 20 Uhr) gibt es stündlich wechselnde Aufgüsse. Für uns als Saunameister ist das ganz schön anstrengend! Wir können ja nicht mal eben rausgehen, wenn es uns zu warm wird, sondern bleiben während der ganzen zehn bis zwölf Minuten, die ein Aufguss dauert, in der Saunakabine und verwedeln den entstandenen Wasserdampf inklusive der ätherischen Öle. Dabei hat jeder von uns seine eigene Technik. Wie man einen Aufguss macht, das kann einem keiner wirklich beibringen, das lernt man durch über Jahre hinweg. Mein Kollege benutzt zum Beispiel einen Fächer, mit dem ich persönlich so gar nicht zurecht komme. Ich nehme viel lieber ein großes Handtuch.

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Das ist übrigens eine Besonderheit hier: Wir verwenden keine künstlichen Sauna-Düfte mehr, sondern haben ganz auf reine, ätherische Öle umgestellt. Insgesamt nutzen wir 40 unterschiedliche ätherische Öle. Zusätzlich erstellen wir Sude, die ähnlich wie ein Tee hergestellt werden, aus frischen Kräutern wie Lemongras, Kamille, Rosmarin, Lavendel, oder auch aus einem Wellness-Mix.

Mit der Arbeit hier im Ossendorfbad habe ich echt meinen Traumjob gefunden. Es ist abwechslungsreich, und man hat viel mit Menschen zu tun. Wenn ich dann selbst einmal abschalten möchte, verbringe ich Zeit mit meiner Familie. Wir machen zum Beispiel zusammen Sport. Mit meiner Frau nehme ich an Tough-Mudder-Läufen teil. Und unser Schrebergarten ist meine Oase! Dort zu sein, ist für mich immer Erholung – auch beim Arbeiten.

Mehr Infos

Im Ossendorfbad ist eine der sieben Sauna-Anlagen, die die Kölnbäder betreiben. Es gibt dort eine finnische Aufguss-Sauna, eine Meditationssauna, ein Dampfbad, eine Event-Sauna und im Außenbereich eine Saline. Weitere Infos unter www.koelnbaeder.de.

Text: Johanna Tüntsch
Fotos: Klaudius Dziuk

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