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„Ein tolles Gefühl, Menschen glücklich zu machen“

03.05.2018 | Menschen | Ein Kommentar

Name:
Kanika Kaltenberg

Geboren:
1985 in Bergisch-Gladbach, aber eigentlich in Köln

In Köln seit:
Immer schon

Beruf:
Bonbonmacherin

Lieblingsort:
Blücherpark

Meine Mutter hat‘s einfach vergeigt! In meinem Pass steht: „Geboren in Bergisch Gladbach.“ Und das, obwohl ich nicht eine einzige Nacht dort verbracht habe. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was sich meine Mutter dabei gedacht hat. Vielleicht hat sie das moderne Krankenhaus gelockt. Dort wurden bereits in den Achtzigern Wassergeburten und sonstiger Schnickschnack angeboten, was Mama allerdings überhaupt nicht genutzt hat. Meine Eltern sind waschechte Kölner, und bei ihnen steht’s auch im Ausweis. Aber bei mir haben sie‘s vermasselt!

Meine Kindheit habe ich in Ehrenfeld verbracht. Ich bin von dort nicht wirklich weggekommen und will es auch gar nicht. Im Herzen bin ich eine echte Kölnerin. Da kann mein Perso behaupten, was er will.

Ich liebe Köln, weil es so gemütlich ist

An Köln liebe ich, dass es so gemütlich ist. Hier habe ich alle Vorzüge der Großstadt und trotzdem Dorf-Feeling. Besonders gerne gehe ich mit meiner Mopsdame „Mopsi“ im Blücherpark spazieren. Dort sitze ich oft an dem kleinen See und trinke was oder esse eine Kleinigkeit.

Abends ist mein Favorit die Stapelbar. Da gibt’s Kölsch vom Fass und Cocktails. Der Laden ist mir inzwischen fast so vertraut wie mein Wohnzimmer. Das Nachtleben mag ich besonders an Köln. Meine Ausbildung als Bürokauffrau habe ich im ehemaligen „Primeclub“ und heutigen Luxor gemacht. Das war super! Ich konnte zu vielen Konzerten gehen und es war immer was los.

Danach bin ich nach Düsseldorf gegangen, um zu studieren, und zwar Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Eventmanagement. Gewohnt habe ich natürlich weiterhin in Köln.

Nach dem Studium habe ich eine Weile im Künstlermanagement gearbeitet. Das war allerdings überhaupt nicht mein Ding. Recht schnell war mir klar: „Ich muss hier weg!“

Gute Laune hat mir immer Pänzhausen gebracht, eine großartige Ferienaktion für ungefähr 500 Kinder – von und mit vielen wunderbar herzlichen Menschen. Dort habe ich Stephan Löhr, meinen heutigen Kompagnon, kennengelernt. Bei Nacht und Nebel und dem fünften Kölsch haben wir beschlossen, eine eigene Agentur zu gründen: „Zuckerzahn“. Unser Konzept: Wir stecken Hostessen in hübsche Kostümchen, die mit Bonbons Events versüßen.

Aufregend, wenn man vor laufender Kamera für sein Lebenswerk kämpft

Mit dieser Idee waren wir 2014 in der Höhle der Löwen im Fernsehen, und zwar direkt in der ersten Folge der ersten Staffel. Total aufregend, wenn man vor laufender Kamera für sein Lebenswerk kämpft. Das ist ein krasser Stress, dem man da ausgesetzt wird. Und du hast nur einen einzigen Versuch! Seitdem verstehe ich, warum Leute in solchen Sendungen häufig anfangen zu heulen.

Überzeugen konnten wir die Jury leider nicht. Aber sie gaben uns den Rat, „langsam zu wachsen“. Und genau das haben wir getan. Inzwischen waren wir mit unseren Hostessen in so gut wie jeder Stadt in Deutschland. Egal, ob Großstadt oder kleines Kaff. Für eine Schuhgeschäft-Kette sind wir bei jeder Filialen-Eröffnung vor Ort.  Die viele Aufmerksamkeit und der Rummel rund um unseren Fernseh-Auftritt haben uns natürlich geholfen, aber wir hatten nicht den Druck eines großen Investors.

Früher haben wir die Bonbons für unsere Events eingekauft. Heute haben Stephan und ich gemeinsam das Kamellebüdchen in der Kölner Altstadt und produzieren selbst. Als der Vorbesitzer aus Altersgründen aufhören musste, haben wir zugeschlagen. Das war ein großes, großes Glück. Er hat mir beigebracht, mit Hand und Herz Bonbons herzustellen.

Es ist so ein tolles Gefühl, Menschen glücklich zu machen. Die meisten, die zu uns in den Laden kommen, haben  ein Lächeln im Gesicht. „Oh, es riecht so toll hier“, sagen viele Kunden. Wenn ich Bonbons zum Probieren reiche, werde ich mit strahlenden Augen belohnt. Besonders großen Spaß machen mir die süßen Kurse für Kindergeburtstage oder Jungesellen-Abschiede. Wenn die Kursteilnehmer selig mit ihren selbstgemachten eigenen Bonbons oder Lollis weiterziehen, weiß ich, warum ich das mache. Voller positiver Energie schließe ich dann abends meinen Laden und weiß, dass ich wieder Menschen glücklich gemacht habe.

Fotos Patrick Essex
Text
 Jana Mareen Züger

Einen Kommentar für “„Ein tolles Gefühl, Menschen glücklich zu machen“”

  1. Rolf Rüdiger Cichowski sagt:

    SUPER Geschichte, die aber auch SUPER erzählt wird.
    Man kann sagen: Menschen hautnah! Bitte weiter so.

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