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„Ich mag Düsseldorf“

16.01.2019 | Menschen

Name:
Joel Wenking

Geboren:
14.07.1993

In Köln seit:
2012

Beruf:
Immobilienkaufmann

Lieblingsort:
Venloer Straße

Ja, ich arbeite als gebürtiger Düsseldorfer in Köln. Und das ist super so! Denn ich genieße die Vorteile beider Städte. Diese Fehde zwischen Köln und Düsseldorf ist ja eigentlich nur Folklore und wird immer nur so hochgeschaukelt. Im Grunde verstehen wir uns doch alle prima.

Rheinländer ist Rheinländer

Schließlich sind wir alle Rheinländer, von der Mentalität her gibt’s da ja keine gravierenden Unterschiede. Alle irgendwie offen, tolerant und ein bisschen jeck!

Meine Kölner Kollegen haben jedenfalls überhaupt nichts gegen Düsseldorf und sind gerne mal dort. Und meine Düsseldorfer Freunde gehen auch schon mal mit mir in Köln aus. Besonders mag ich Ehrenfeld und die Venloer Straße. Dort kann man am besten beobachten, wie gut Multikulti in Köln funktioniert.

Im Restaurant Antep Mangal bin ich auch häufiger mit meinem Kollegen Taner Erdener. Gerne mag ich auch das LizBät in der Geisselstraße. In Ehrenfeld kann man eh ganz gut ausgehen.

Super finde ich die häufige Taktung der U-Bahn in Köln. Erstaunt, dass jemand die KVB lobt? Ja, das finde ich wirklich. Das ganze KVB-Bashing verstehe ich überhaupt nicht. Wenn ich in Köln unterwegs bin, komme ich immer gut mit der Bahn überall hin und muss kaum länger als zehn Minuten irgendwo warten. Da könnte Düsseldorf sich mal was abgucken.

Ich mag es an einem Ort zu wohnen, an dem ich nicht auch arbeite. Beides am selben Ort – das ist nix für mich! Wenn ich mich nach einem langen Arbeitstag in die Regionalbahn setze, ist auch wirklich Feierabend für mich. Dann lasse ich die Arbeit hinter mir und freue mich zum Beispiel auf ein gemütliches Alt mit meinen Freunden.

In Düsseldorf bin ich aufgewachsen, dort ist alles etwas übersichtlicher als in Köln und man kann seine Ruhe haben. Ich wohne in meinem kleinen 35-Quadratmeter-Appartement mitten in der Innenstadt – im Japan-Viertel. Mehr brauch ich gar nicht, sonst müsste ich ja auch mehr putzen. Oh, nee!

cob_20190108_Portraits - Köln beste_12

Ich brauch‘ viel Action

Meine Freizeit verbringe ich viel lieber beim Sushi-Essen um die Ecke oder beim Boxen. Sport ist sowieso mein liebstes Hobby. Neben dem Boxen und Thai-Boxen trainiere ich auch noch Krav-Maga, das ist eine Kampftechnik, die der israelische Geheimdienst entwickelt hat. Inzwischen wird es auch häufig in Studios angeboten, weil es einfach zu erlernen und sehr effektiv ist. Es eignet sich gut für Frauen und Mädels, die sich sicherer fühlen und ihr Selbstbewusstsein stärken möchten. Ich kann’s nur empfehlen! Seltsam, dass diese Technik nicht viel bekannter und verbreiteter ist.

Zwischen diesen Sport- und Kampfarten wechsele ich häufig hin und her, damit mir nicht langweilig wird. Das passiert mir nämlich schnell. Gut, dass ich einen abwechslungsreichen Job gefunden habe: Immobilienkaufmann bei der GAG Immobilien AG. In den Pausen gehe ich manchmal mit Kollegen trainieren. So ein gemeinsames Training ist super fürs Betriebsklima. Mein Arbeitgeber tut zum Glück einiges für seine Mieter, aber eben auch für seine Mitarbeiter. Das merke ich jeden Tag bei der Arbeit und bin sehr glücklich mit meinem Job.

Mein Berufswunsch: Was mit Menschen

Dabei wollte ich früher unbedingt Sonderpädagoge werden. Neben der Schule habe ich bei der „Lebenshilfe“ gearbeitet. Nach dem Fachabitur mit Schwerpunkt Erziehung, absolvierte ich ein einjähriges Praktikum auf einer Schule für geistig und körperlich behinderte Menschen. Rückblickend war das das beste Jahr meines bisherigen Lebens. In dieser Zeit habe ich so viele Ängste überwunden und Vorurteile abgelegt – ein stark prägendes Jahr für mich.

Allerdings bin ich ein sehr emotionaler Mensch und vieles was ich dort erlebt habe, hat mich sehr berührt. Zu sehr berührt, wie meine Lehrer meinten, weil ich immer alles „mit nach Hause genommen“ habe.  Deshalb wurde mir nahegelegt, vielleicht einen anderen Beruf zu ergreifen.

Schweren Herzens habe ich mich dann entschlossen, nicht in dem Bereich der Sonderpädagogik weiterzumachen. Ich wusste aber auch nicht richtig, was ich sonst tun sollte. Irgendwann hat mir meine Mutter dann die Pistole auf die Brust gesetzt: „Du musst jetzt wenigstens drei Bewerbungen schreiben.“  Zu der Zeit gab es viel Werbung für den Job des Immobilienkaufmanns – der einzige Job, den ich interessant fand.

Ich schrieb also zwei Bewerbungen: eine an die GAG Immobilien AG und eine an eine andere Immobilienfirma. Beide wollten mich, aber ich hab mich für die GAG entschieden. Da hat einfach alles gepasst und damit bin ich immer noch sehr happy.

Joel_Wenking02_web

2012 hab ich mit meiner Ausbildung begonnen, während der ich die gesamte Firma mit allen Abteilungen kennengelernt habe. Nach der Abschlussprüfung bin ich direkt als Kundenberater im Kundencenter Amsterdamer Straße durchgestartet. Hier hatte ich von morgens bis abends mit Menschen zu tun und konnte oftmals helfen. Das macht die Arbeit so besonders und wichtig für mich, dass ich mit Menschen zu tun habe und ihnen auch was Gutes tun kann.

Ein Herz für Senioren

Besonders am Herzen liegt mir immer noch das Seniorenzentrum Schiefersburgerweg in Bilderstöckchen. Die älteren Herrschaften freuen sich besonders, wenn man abseits des Normalbetriebs etwas mit ihnen klönt.

Seit 2018 bin ich nun in Kalk in der neuen Hauptverwaltung und arbeite für die Abteilung Neuvermietung. Es ist ein anderes Arbeiten, aber es macht mir genauso viel Spaß. Während ich als Kundenbetreuer immer für die gleiche Mieterschaft zuständig war, habe ich es nun jeden Tag mit anderen Menschen zu tun. Es ist ein schönes Gefühl, wenn Wohnung und Mieter matchen, ich den Schlüssel überreichen und in strahlende Augen blicken darf.

Neulich war ich mal wieder in der Amsterdamer Straße, meinem alten Arbeitsplatz. „Joel, die Leute rufen hier immer noch für dich an und möchten mit dir sprechen“, meinte ein Kollege. Das ist doch ein ganz gutes Zeichen und hat mich auch ein bisschen stolz gemacht.

 

Fotos: Costa Belibasakis
Text: Jana Mareen Züger

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