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„Ich bin e echt Kölsch Mädche“

13.03.2018 | Menschen

Name:
Nicole Herbold

Geboren:
1977 in Köln

In Köln seit:
immer schon

Beruf:
Modedesignerin

Lieblingsort:
Belgisches Viertel

Geboren an Weiberfastnacht in Köln-Porz, aufgewachsen in Deutz. Viel Kölscher geht´s ja eigentlich gar nicht. Meine Mutter war früher im Karnevalsverein. Und wenn wir einfach so zum Einkaufen in Deutz unterwegs waren, hat sie fast jeden auf der Straße gegrüßt. Da dachte ich als Kind immer: Unmöglich, dass Mama all diese Leute wirklich kennt. Heute geht es mir ähnlich, wenn ich in Deutz aus der Türe komme.

In Köln habe ich seit 2009 meinen eigenen Laden und entwerfe Damen- und Herrenmode. Kleine Serien mache ich genauso gern wie individuelle Auftragsarbeiten, je nach Kundenwunsch zum Beispiel Karnevalskostüme oder Brautkleider. Alles handgefertigt aus edlen Stoffen. In meine Kleider stecke ich mein ganzes Herzblut.

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Die Leidenschaft für Mode hat sich bei mir schon sehr früh entwickelt. Meine Mutter nahm mich mal mit zur Kölnmesse auf eine Messe namens „Kind und Jugend“, auf der sie arbeitete. Dort wurde sie gefragt, ob ihre Kleine nicht Lust hätte Laufstegluft zu schnuppern. Das war meiner Mutter eigentlich nicht so recht, schließlich war ich erst drei Jahre alt. Aber sie erlaubte es trotzdem. Mir machte das solchen Spaß, dass ich zehn Jahre lang dabeigeblieben bin. Ich habe sogar ein bisschen Geld dafür bekommen. Das kam anfangs noch aufs Sparkonto, später habe ich es lieber in schicke Anziehsachen aus Elviras Kinderladen in Deutz investiert. Irgendwie hatte ich auch immer den „Goldenen Griff“ und fand unter Angeboten tolle Sachen, die ich mir sonst nicht leisten konnte.

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Damals habe ich schon damit begonnen, aus alten Vintage-Teilen meiner Mutter neue Sachen zu kreieren. Das mache ich auch heute noch, weil ich es gerne mag, Dinge nicht einfach wegzuwerfen, sondern ihnen einen neuen Sinn zu geben. Ich habe ein gutes Gespür dafür, wie man etwas aufpeppt oder mit was anderem so geschickt kombiniert, dass es wieder gut aussieht.

Nach dem Fachabitur hab’ ich Bekleidungstechnische Assistentin gelernt und später in Düsseldorf Modedesign studiert. Ja, in Düsseldorf! Diese Köln-Düsseldorf-Fehde habe ich nie mitgemacht, fand ich immer affig. Für mich sind die Düsseldorfer genauso gut oder schlecht wie wir Kölner. Der Rheinländer an sich ist ja mit Frohsinn, Offenheit und Hilfsbereitschaft gesegnet. Es kommt halt immer darauf an, wie man den Menschen begegnet, denke ich, egal wo.

Kölsch fand ich nicht so schick.

Kölsch habe ich selbst nie gesprochen, weil ich das nicht so schick fand. Aber heute geht mir das Herz auf, wenn im Skiurlaub oder auf dem Kreuzfahrtschiff Kölsche Lieder gespielt werden. Ich bin dann die erste auf der Tanzfläche und freue mich, dass das Kölsche Liedgut in die Welt hinausgetragen wird.

Nach meinem Studium bin ich ein bisschen gereist. Für sieben Monate bin ich nach Ibiza gegangen und habe dort selbstgemachte Accessoires, Schmuck und Taschen verkauft. Danach habe ich immer für verschiedene Stylisten und Designer gearbeitet. 2006 war ich in Paris, habe Französisch gelernt und mich bei Jean-Paul Gaultier vorstellt. Leider bekam ich eine Absage. So hatte mich Köln wieder.

Schon bevor ich meinen Laden eröffnete, war ich häufig im Belgischen Viertel unterwegs. Wir saßen das erste Mal im Sommer 2001 mit Freunden am Brüsseler Platz. Im Verlauf der Jahre ist es dort immer voller geworden, deshalb zieht es mich da nicht mehr so oft hin. Ich gehe lieber auf ein Käffchen zu Shirins Kölnkiosk, dort trifft man immer jemanden auf einen netten Plausch und hilft sich gegenseitig, wo man kann.

Apropos Plausch: Demnächst plane ich eine Näh-Party bei mir im Atelier. Es gibt vier Plätze, Musik, Sekt und eine Idee, die wir dann gemeinsam umsetzen. Vielleicht hat ja der eine oder andere Lust dabei zu sein?

Fotos: Patrick Essex
Text: Jana Mareen Züger

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