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„Ich bin verliebt ins Wasser“

25.06.2019 | Menschen | 7 Kommentare

Name:
Gaby Fey

Geboren:
01.05.1958 in Köln

In Köln seit:
immer schon

Beruf:
Underwater Art Fotografin

Lieblingsort:
Belgisches Viertel

Feuer und Flamme fürs Wasser

Betritt man Gaby Feys Showroom in der Kölner Innenstadt, so hat man das Gefühl, in einem riesigen Aquarium zu sein. Zwar sind die Wände und die hohen Decken der rund 150 qm großen Location in einem hellen Ton gehalten. Doch ziehen einen die großformatigen Fotografien sofort in ihren Bann und nehmen den Besucher in eine außergewöhnliche Unterwasserwelt mit. So trägt Gaby Feys Ausstellungsraum passenderweise auch den Namen „Aquavision Galerie“. In der Nähe der Fensterfront befindet sich der Schreibtisch der Fotografin, an dem sie ihre Bilder bearbeitet. „Ich merke, dass ich hier wunderbar arbeiten kann, so umrahmt von meinen Bildern”.

Gaby Fey in ihrem Kölner Showroom

Von ihrem Schreibtisch aus kann Gaby Fey zum Beispiel auf “La Scène/Das Abendmahl” schauen, eine 4 x 2 Meter große Fotoarbeit hinter Acrylglas, die auch auf Feys detailreich gestalteter Homepage zu bewundern ist.

 

photocredit: Gaby Fey, Underwater Art Photographer
„La Scène“, photocredit: Gaby Fey, Underwater Art Photographer

Die 61-Jährige Fotografin hat Leonardo da Vincis berühmtes Gemälde in die Unterwasserwelt platziert. Von Naturfelsen eingebettet, steht eine lange Tafel auf dem Meeresgrund. Junge Männer in blauen, weißen, gelben und roten Gewändern sitzen an dem Tisch, der aus Felsmaterial besteht. Gaby Feys Unterwassermodels stellen die Abendmahlszene mit Jesus und seinen Jüngern nach. Von oben scheint Licht in die Tiefe des Wassers hinein. Für ihre Unterwasser-Inszenierungen engagiert Gaby Fey entweder professionelle Models, die gerne unter Wasser arbeiten oder Leute aus ihrem Bekanntenkreis, die genauso wie sie nicht wasserscheu sind. „Unter Wasser zu sein und zu fotografieren, ist so unheimlich spannend. Früher habe ich immer viel geredet. Aber unter Wasser musste ich plötzlich still sein und in dieses Vertrauen hinein gehen und sehen, was unter Wasser eigentlich passiert”.

Ein Pool in Südfrankreich

Bevor Gaby Fey vor 13 Jahren mit der Unterwasserfotografie begonnen hat, arbeitete sie mit ihrer Kamera in der Werbe- und Modebranche. Da sie das Abenteuer sucht und gerne neue Herausforderungen annimmt, sprang sie regelrecht ins kalte Wasser. In Siegburg machte Gaby ihren Tauchschein und begann damit, fotografische Szenen unter Wasser zu inszenieren.

 

photocredit: Gaby Fey, Underwater Art Photographer
„Éclair 1“, photocredit: Gaby Fey, Underwater Art Photographer

Dabei spielt der Swimmingpool in ihrem Haus in Südfrankreich von Beginn an eine große Rolle. Denn darin finden die aufwendigen Shootings statt. Die Underwater Art Fotografin arbeitet ausschließlich mit dem natürlichen Sonnenlicht Südfrankreichs, wo sie mehrere Monate im Jahr lebt. Alle Bildelemente wie Felsen, Fische, bunte Quallen, Anemonen oder der Meeresgrund wurden von ihr vorher im Meer fotografiert. Darauf greift sie je nach Bildmotiv lediglich zurück und arrangiert die einzelnen Elemente am Computer zum so genannten “Composing”. Für die Unterwasser- Shootings mit den Models hat Gaby Fey ihren Pool vorher mit einem Stoff ausgelegt, der eine dichte und warme Atmosphäre erzeugt.

Respekt vor dem Wasser

Als Gaby Fey als Underwater Fotografin begann, wusste sie nicht, wo es sie hin trägt. Mittlerweile stellt sie ihre Fotografien international aus und verkauft ihre Bilder auch direkt aus dem Kölner Showroom heraus. Dabei rangieren die Preise je nach Motivgröße und Auflage zwischen 450 Euro und 12.000 Euro. Der gebürtigen Kölnerin ist es wichtig, dem Wasser mit Respekt gegenüber zu treten, sagt sie. „Ich empfinde Wasser als etwas sehr Ursprüngliches und Mystisches. Ich bin verliebt ins` Wasser. Ich genieße den Schwebezustand und lasse mich im Wasser regelrecht fallen”.

Gaby Fey. Underwater Art Fotografin

Wenn sich Gaby Fey gemeinsam mit ihren Models in die Unterwasserwelt begibt, dann geschieht dies immer ohne Taucherausrüstung. „Mit einem Tauchgerät ganz gemütlich im Pool zu sitzen und meine Fotos zu machen, ist nicht mein Ding“, stellt die Fotografin ganz klar heraus. Ihre Spiegelreflexkamera, die von einem Plexiglasgehäuse geschützt wird, stellt sie manuell ein. Gaby Fey weiß immer ganz genau, wie ein Motiv rüber kommen und welche Atmosphäre erzeugt werden soll. Manchmal gleiten die Models mit Hilfe von kleinen, für den Betrachter unsichtbaren Gewichten hinunter an ihre Positionen.

Ein langer Atem und der richtige Moment

Doch das wichtigste Hilfsmittel ist der Umgang mit der eigenen Atmung. Alle Akteure atmen aus und tauchen danach ins Wasser hinab. So können sie auch tiefer hinunter gelangen und ihr Gesicht entspannen. „Genau dann entsteht ein Ruhemoment. Das ist auch mein Moment, den ich für meine Kamera suche“, erklärt Gaby Fey, die bis zu zwei Minuten unter Wasser bleiben kann, bevor sie wieder Luft holen muss.

Sich dem Wasser komplett anzuvertrauen, sei auch eine Trainingssache, so Fey weiter. Auch für Models, die Surfer oder Schwimmer sind, bleibe Underwater Art Fotografie immer eine große Herausforderung. Nicht jede Aufnahme gelingt sofort. Manchmal laufen die Castings und Proben unter Wasser reibungslos ab. Doch beim eigentlichen Shooting kann man den perfekten Moment nicht erzwingen. „Unter Wasser braucht man einen langen Atem”, sagt Gaby Fey. Die Schwerelosigkeit im Wasser sei gewöhnungsbedürftig. „Aber ich spüre immer eine Art unsichtbare Nabelschnur, die mich mit den Models verbindet”, schwärmt die Fotografin. „Zusammen atmen wir aus und halten unter Wasser die Luft an. Beim Auftauchen ist es auch so, dass wir uns gegenseitig anschauen, und unsere Blicke verraten uns, ob das Bild für uns im Kasten ist oder noch nicht.”



photocredit: Gaby Fey, Underwater Art Photographer
„L´Intouchable“, photocredit: Gaby Fey, Underwater Art Photographer

Aus ihrer langjährigen Erfahrung heraus weiß Gaby Fey, dass die Arbeit unter Wasser einen verändert. Ihre Liebe zu diesem Element und ihren Respekt dafür möchte sie auch an die Besucher ihres Kölner Showrooms weiter geben. Und ihre aufwendig gestalteten Unterwasserwelten sollen auch sensibilisieren. So greift die Fotografin aktuelle Themen, wie die Verschmutzung des Meeres durch Plastikmüll, in ihren Arbeiten auf. In der betreffenden Serie schweben die Models von Plastikfolie umhüllt im Wasser; Motive, die trotz ihres kritischen Ansatzes eine geheimnisvolle Schönheit ausstrahlen.

„Ich fotografiere immer ästhetisch. Ich möchte Achtsamkeit erzeugen, dass die Leute auf etwas aufmerksam werden. Und ich glaube, wenn man Schönes fotografiert, hat es auch einen Effekt und wird etwas Gutes bewirken“.

Text: Claudia Cosmo
Portraitfotos von Gaby Fey: Patrick Essex

7 Kommentare

  1. Möbius Gabriele sagt:

    Es sind wirklich wunderbare Werke die Gaby Fey kreiert. Sie faszinieren, bezaubern oder erstaunen den Betrachter und ziehen ihn in seinen Bann. Erstaunlich ist auch die Vielfältigkeit ihrer Werke. Ein Besuch in der Galerie Aquavision ist ein Must für Liebhaber zeitgenössischer Kunst.

  2. Bianca Götzen-Ohlenschlager sagt:

    Ich kann das alles nur bestätigen….
    …. ich habe bereits 4 Praxen mit insgesamt 38 Bildern in und um Düsseldorf mit dieser wunderbaren/ wundersamen Kunst eingerichtet.
    Die Bilder sind magisch und haben offensichtlich magische Anziehungskraft; manchmal kommen Menschen in die Praxis, die gar nicht zum Augenarzt möchten sondern sie kommen und sagen : ich habe gehört, hier sollen so tolle Bilder hängen, darf ich mir die vielleicht einmal ansehen?
    Ja, ich kann nur sagen – ich finde ein jedes von Ihnen großartig…

  3. Julie sagt:

    Die Arbeiten der Künstlerin haben mich schon seit langem fasziniert. Was Sie geschaffen hat ist einzigartig. Ich bin stolze Besitzerin von zwei Arbeiten von Gaby Fey.

  4. Claudia Cosmo sagt:

    Liebe Frau Möbius,
    vielen Dank für Ihre Nachricht!
    Auf bald auf Köln Beste!

  5. Guenther Muehlhausen sagt:

    Es sind wunderbare Fotografien die Gaby Fey da schafft. Nur wer den Beruf des Fotografen selbst erlernt hat weiß wie viel Arbeit dahinter steckt.

  6. Nelly&Zoran Rodin sagt:

    Seit Jahren sind wir begeisterte Anhänger der Werke von Gaby Fey.
    Als leidenschaftliche Taucher -selbst sehr verbunden mit der realen Unterwasserwelt -faszinieren ihre „ surrealen“ Bilder einerseits durch Ästhetik und Leichtigkeit , andrerseits aber auch durch die aufwendige künstlerische Umsetzung von großen Themen wie „La Cène“, „Das Floß der Médusa“ oder „Marianne“.
    Ob Composings oder Stills , die Vielfältigkeit von Gaby Feys Bildern ist erstaunlich und regt zum Besuch ihrer AquaVision Galerie in Köln an.
    Ein traumhaftes Bild der Künstlerin schmückt unser Haus am Meer…. wir lieben es und es lässt uns auch über Wasser abtauchen in die phantastische Unterwasserwelt von Gaby Fey. :))

  7. Gaby Fey,
    so spektakulär die Bilder, so feinfühlig und achtsam die Kunstlerin.
    Auch wenn die Bilder schon Grund genug sind die Aquavision Galerie zu besuchen, so bekommt man on Top, eine Facettenreiche und komunikative Kunstlerin.
    Deren Herzliche Art und Leidenschaft das Wasser auf ihren Bildern lebendig macht. Fr

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