“Ich bin froh, dass mein Kind hier aufwächst”

21.08.2020 | Menschen

Name:
Friederike Zoubaa

Geboren:
1989

In Köln seit:
2009

Beruf:
Texterin, Autorin

Lieblingsort:
Das Waldbadviertel

Sie ist eine Autorin mit einem Faible für Tiere

“Eins habe ich gelernt bei meinem ersten Kinderbuch: Ich schreibe nur noch Bücher mit Tieren, über die es nicht schon Dutzende andere Bücher gibt. Auch die kleinen Leserinnen und Leser wollen schließlich immer wieder ganz neue Figuren kennenlernen. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit EULE WEULE UND DAS GLÜCK, das ich Anfang 2020 im Eigenverlag herausgebracht habe, und den Erfahrungen, die ich dabei gesammelt habe. In meinem zweiten Kinderbuch, an dem ich gerade schreibe, spielt ein anderes Tier die Hauptrolle. Was für eins? Das verrate ich natürlich erst, wenn ich fertig bin!”

Friederike Zoubaa präsentiert ihr erstes Kinderbuch

 

“Geschrieben habe ich schon immer gern. Aber ich habe mich lange nicht getraut, einen Beruf daraus zu machen. Ich habe Sozialwissenschaften in Köln studiert und bin erst später als Content Managerin bei einer Agentur beruflich zum Schreiben gekommen.”

“Sprachticks haben wir alle.”

“Mein Vater ist Deutschlehrer. Von ihm habe ich die Liebe zur Sprache geerbt. Er hat ein kurioses Hobby: Er sammelt Stilblüten. Diese Freude an der Sprache, die möchte ich meinem Sohn Lenno, der 2018 geboren wurde, und den Kindern, die mein Buch lesen, auch weitergeben. Die Eule hat nämlich einen Tick: Sie liebt Wörter, die mit W anfangen. Solche Sprachticks haben wir alle. Deshalb bekommen meine kleinen Leserinnen und Leser von mir Wortsammel-Blätter mit, auf denen sie die Wörter zu ihrem Lieblingsbuchstaben zusammentragen können.”

Sie ist das sechste von sieben Geschwistern

“Aufgewachsen bin ich am Niederrhein und in der Pfalz, als sechstes von sieben Kindern in einer Patchwork-Familie. Köln sah auch schon aus der Ferne gut aus für mich, irgendwie hatte die Stadt eine gewisse Anziehungskraft für mich. Das ist im Grunde bis heute so. Köln sieht oberflächlich nicht unbedingt schön aus, aber es ist schön, hier zu Hause zu sein. Man muss eben bereit sein, die schönen Orte und die schönen Menschen in Köln kennenzulernen. Und das war ich, als ich nach dem Abitur hierhergekommen bin.”

Friederike Zoubaa auf einer Wippe

“Ich bin froh, dass mein Kind hier aufwächst. Es wird für ihn normal sein, dass es verschiedene Ethnien gibt, dass Menschen unterschiedlich aussehen. Dort, wo ich aufgewachsen bin, ist es das noch immer nicht. Mein Mann ist der Sohn marokkanischer Eltern. Als er bei einer Familienfeier mal eine halbe Stunde auf der Straße vor der Haustür auf und ab lief, um zu telefonieren, hat eine Nachbarin gleich die Polizei gerufen. Er erlebt solche Situationen immer wieder. Ich habe diese Art von latentem Rassismus erst verstanden, seit ich mit ihm zusammen bin.”

Sie ist ständig auf der Suche nach dem Glück

“Ich habe kurz mal ein Lehramtsstudium angefangen, aber recht schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist. Geblieben ist mir aber meine bis heute beste Freundin, die ich während des Studiums kennengelernt habe. Wir beide haben ein großes gemeinsames Thema: das Glück. Wir suchen danach mal gemeinsam oder mal einsam, auf Reisen, beim Laufen oder beim Fallschirmspringen, beim Nichtstun oder einfach bei einem guten Essen.”

“Es ist kein Zufall, dass meine Eule das Glück sucht.”

“Als meine Freundin eine Weile in Panama war, haben wir uns immer Sprachnachrichten geschickt, die so anfingen: ‚Heute bin ich ein glücklicher Mensch, weil … ‘ Später haben wir uns gemeinsam dasselbe Symbol tätowieren lassen: die chemische Formel für Serotonin, das Glückshormon. Es ist also kein Zufall, dass meine Eule das Glück sucht.”

Tattoo der chemischen Formel vom Glückshormon Serotonin über dem Knöchel von Friederike Zoubaa

#zohus-Moment von Friederike Zoubaa

“Es gibt hier dieses spezielle Gefühl, das kenne ich so von keiner anderen Stadt. Man ist abends aus, man feiert zusammen, und dann kommt von irgendwoher eins dieser kölschen Lieder wie “Et jitt kei Wood” und alle singen mit. Wahnsinn!”

Text: Sebastian Züger
Fotos: Patrick Essex

 

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