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„Pferderennen sind Volkssport.“

08.11.2018 | Menschen | Ein Kommentar

Name:
Eckhard Sauren

Geboren:
1971

In Köln seit:
1997

Beruf:
Unternehmer und ehrenamtlicher Präsident des Kölner Renn-Vereins 1897 e.V.

Lieblingsort:
An gut besuchten Tagen die Haupttribüne der Pferde-Rennbahn. Zweitlieblingsort: im Stadion, wenn der FC ein Tor geschossen hat.

Die erste Begegnung mit dem Pferderennsport verdanke ich meinem Bruder. Er hatte damals einen Studentenjob an der Wettkasse und überredete mich mitzukommen. Die analytische Auseinandersetzung mit dem, was beim Rennen geschieht, hat mich auf Anhieb gepackt. Ich habe auch gleich bei meinem ersten Besuch auf der Rennbahn gewettet. Das ist der beste Weg, um sich der Sache anzunähern.

Heute besitze ich eigene Rennpferde, aber angefangen habe ich als Mitglied des Galoppclub Deutschland. Da teilen sich zweihundert Besitzer ein Pferd. Der nächste Schritt war eine Stallgemeinschaft, bei der wir zu sechst waren. Das erste eigene Pferd habe ich vor etwa zwanzig Jahren gekauft: Es hieß Kaka. Der Name kam natürlich vor allem bei Kindern gut an. Er war eine Kurzform von „Kakadu“, denn die Vorbesitzer waren die ehemaligen Eigentümer des Vogelparks Walsrode. Kaka hatte schon gute Leistungen gezeigt und sein Trainer, Mario Hofer, sah für ihn noch weiteres Potenzial. Die Besitzer wollten ihn verkaufen – das war einfach eine gute Gelegenheit!

„Ich mag die Jahrmarkt-Stimmung.“

Auf der Rennbahn mag ich die Jahrmarkt-Stimmung. Hier geht es kunterbunt zu, alle Bevölkerungsschichten kommen zusammen und erleben gemeinsam einen schönen Tag. Außerdem ist es faszinierend, Rennen zu analysieren und die Entwicklung der Pferde zu verfolgen.

Ich sehe es nicht so, dass der Rennsport exklusiv ist. In Deutschland hat er sich längst zum Volkssport entwickelt, und weltweit sind die Zuschauerzahlen mit denen des Fußballs absolut vergleichbar. Genauso wie Fußball ist Pferderennen ein Spitzensport auf dem grünen Rasen. Mich begeistert übrigens beides, ich bin ein klassischer FC-Fan. An den Tagen, an denen Spiel und Rennen gleichzeitig sind, muss ich schon mal abwägen, wohin ich gehe. Aber in der Regel lässt sich beides zum Glück sehr gut miteinander vereinbaren.

Eckhard Sauren Kölner Renn-Verein Pferdesport Köln Kölnebeste GAG

Beim Kölner Rennverein legen wir Wert darauf, dass die Rennbahn ein Freizeitort für die ganze Familie ist. Wir kooperieren mit anderen Kölner Institutionen, haben zum Beispiel den FC-Renntag eingeführt, den Renntag der Partnerstädte und hatten auch schon einen Renntag mit den Kölner Haien. Toll ist natürlich, wenn wir Unterstützung bekommen von Prominenten, die sich im Rennsport auskennen, wie zum Beispiel der Effzeh-Torwart Timo Horn oder der Fußballmanager Klaus Allofs. Wichtig finden wir auch, viele Angebote für Kinder zu haben. Ob etwas funktioniert, sehe ich an meinen eigenen Kindern – die kommen sehr gerne mit hierher.

„Anfänger und Experten haben fast die gleichen Chancen.“

Wer zum ersten Mal auf die Pferderennbahn kommt, nutzt am besten eine der vielen Infoquellen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Da gibt es die Renn-Programme, in denen vieles erklärt wird, die Wettschule und natürlich die Durchsagen der Moderatoren. Durch die Totalisatorwette, bei der es um Quoten geht, haben Anfänger fast die gleichen Chancen wie Experten. Wichtig ist: Man muss wissen, dass man auch falsch liegen kann! Das gilt natürlich auch für mich. Wenn ich gefragt werde, gebe ich Wettempfehlungen – und liege damit auch nicht immer richtig. Es gab auch schon den Fall, dass die halbe Profimannschaft des FC meine Tipps befolgt hat, und erst im vorletzten Rennen war ein Sieger dabei!

In den letzten Jahren haben wir die Galopprennen zu echten Events entwickelt. Von den Zuschauern wurde das gut angenommen, die Besucherzahlen sind um 33 Prozent gestiegen. Für die Zukunft wünschen wir uns städtische Unterstützung, um die Anlage weiter optimieren zu können und uns wirtschaftlich erlauben zu können, das bisherige Niveau der Renntage zu halten. Wir möchten eine breite Masse ansprechen und Pferderennen veranstalten, die Volksfest-Charakter haben.

Fotos: Klaudius Dziuk
Text: Johanna Tüntsch

Einen Kommentar für “„Pferderennen sind Volkssport.“”

  1. Alexander Leisten sagt:

    Sehr cooles und informatives Porträt. Außergewöhnliche Persönlichkeit mit außergewöhnlichem Werdegang und ausgefallener Passion. Gerne mehr davon!

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