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„Wir sind’s: Die Räuber“

04.10.2018 | Menschen

Besetzung (Bild unten, von links):

Die Räuber Hammerevent 2018 GAG Köln

Kurt: Klar sind wir alle echt aus Köln. Oder zumindest aus der Nähe.

Torben: Ich bin ein echter Wahlkölner. Ich komm aus Aachen, die Band und die Liebe haben mich nach Köln gebracht. Ich glaube, ich kenne mehr Eifler, die total auf Köln stehen, als Kölner. Die Affinität zur Stadt wächst anscheinend in dem Maße, in dem man von ihr entfernt ist.

Kurt: Da ist was dran. Viele Kölner wissen gar nicht mehr zu schätzen, wie schön es ist, in Köln zu leben.

Wolfgang: Aber immerhin sind sie bekannt gastfreundlich und nehmen jeden Neuankömmling herzlich auf. Jeder, der dreimal in seinem Leben nach Köln reingefahren ist, wird automatisch eingebürgert.

Torben: Das ist schwer genug – bei dem Verkehrschaos!

Kurt: Deshalb wohne ich lieber gleich ganz in Köln. Da hab ich damit nix zu tun. Aber ganz ehrlich: Ich lebe sehr bewusst hier. Ich mag die Mentalität der Menschen, diese etwas freizügigere Art und die Respektlosigkeit, mit der die Kölner der Obrigkeit begegnen.

Geppie: Für mich war die Kölner Musikszene schon immer der Nabel der Welt.

Schrader: Und der Effzeh natürlich!

Geppie: Und der Effzeh natürlich.

Kurt: Karl-Heinz „Charly“ Brand, unser langjähriger Bandleader, hat von Neuss aus über Köln geschrieben. Er konnte also von außen auf die Stadt schauen. Und er hat immer gut hingehört, worüber die Leute reden. Da findet man die Themen, über die man singen kann.

Torben: Aber bloß, weil wir auf Kölsch singen, heißt das ja nicht, dass wir nur über Köln singen. Es geht uns vielmehr darum, das spezielle Lebensgefühl in Songs zu packen.

Kurt: Und manche Dinge kann man auf Kölsch einfach netter sagen als auf Hochdeutsch. Kölsch klingt weicher, melodischer. Das funktioniert manchmal auch ganz gut mit Songs, die eigentlich englischsprachig sind. Aus „I am sailing“, das die meisten vor allem von Rod Stewart kennen dürften, haben wir „Dat is Heimat“ gemacht. Solche Coverversionen sind eine gute Möglichkeit, das Publikum schnell zu erreichen.

Wolfgang: Es ist immer wieder toll, was für Gefühle man mit Musik transportieren kann. Da ist es dann wirklich egal, ob man auf Kölsch, auf Hochdeutsch oder in irgendeiner anderen Sprache singt. Wir waren zum Beispiel in Pennsylvania, USA, unterwegs und haben dort unter anderem auf dem German Folklore Festival gespielt. Die Musik dort ist stark von dem Amish-People und der Fiddler-Kultur geprägt. Mit unseren Stromgitarren sind wir da schon aufgefallen.

Kurt: Am Anfang waren die Leute sehr skeptisch uns gegenüber. Die wussten nicht, was kommt. Aber das geht uns mit dem Publikum in Dresden oder Berlin manchmal genauso.

Wolfgang: Aber am dritten Abend war die Hütte voll. Überall hieß es: „Die Germans, die Germans spielen wieder!“ Da haben wir mal wieder gesehen, worauf es ankommt: authentisch sein. Kölsch, rheinisch – das sind wir. Und dabei wissen wir alle ganz genau, dass Köln nicht die schönste Stadt der Welt ist.

Kurt: Köln ist eben eine lebendige Stadt, die nach dem Krieg mit wenigen Mitteln wieder aufgebaut werden musste.

Torben: Wir singen in unserem Lied „Mi Kölle“ auch davon, wie dreckig die Stadt ist. Und außerdem, wie schon erwähnt, vom ständigen Verkehrschaos.

Wolfgang: Und es wird nicht besser. Der ganze Wahnsinn hat mittlerweile auch Auswirkungen auf uns Musiker, im Karneval zum Beispiel. Wir brauchen immer länger von Auftritt zu Auftritt.

Kurt: Das ist natürlich echt ärgerlich. Aber dann ist man wieder mal in der Altstadt und fühlt sich wie in einem Dorf. Sowas gibt’s in anderen Städten einfach nicht. Ich wünsche mir, dass wir dieses Lebensgefühl möglichst vielen von den Menschen, die zu uns kommen, weitergeben können. Der Kölner kann das, der ist das gewohnt. Seit jeher sind viele Menschen nach Köln gekommen. Und wenn die Neuen offen dafür sind, dann klappt das auch.

Die Räuber live und in Farbe (und für lau!) gibt’s am am 13.10.2018 beim Hammer-Event der GAG Immobilien AG im Bürgerpark Kalk.

Zur Website von Die Räuber

Die Räuber Hammerevent 2018 GAG Köln

 

Fotos: Patrick Essex
Text: Sebastian Züger

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