„Köln war für mich ein Neuanfang“

04.01.2019 | Menschen

Name:
Bettina Bunkus

Geboren:
15.10.1961

In Köln seit:
2016

Beruf:
Einkäuferin für Bauleistungen

Lieblingsort:
Astoria und Umgebung

In Köln steppt der Bär. Das kann man mit meiner Heimatstadt Essen überhaupt nicht vergleichen. In Essen-Kettwig, wo ich herkomme, ist es ruhig, beschaulich, ja sogar etwas romantisch.

Als ich das erste Mal am Kölner Hauptbahnhof stand, dachte ich: Was ist hier denn los? So viele Menschen, Wahnsinn! Hier gibt es für jeden was. Wer hier nichts für sich findet, ist selber schuld.

Ich hab‘ 2016 in Köln einen Job gefunden. In einer Stellenanzeige der GAG Immobilien AG habe ich mich hundertprozentig wiedergefunden. Ich dachte, das ist genau dein Job. Da musst du hin. Gesagt getan. Schon bald hatte ich einen Termin bei meinem jetzigen Chef Christoph Hermsen und durfte mich vorstellen.

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Schon als ich das Gebäude betrat, hatte ich das Gefühl: Hier sind alle gut drauf. Hier würde ich mich auch wohl fühlen. Nach dem zweiten Gespräch bekam ich einen Anruf, ob ich Probearbeiten kommen könnte. Klar! Das Team der Abteilung Einkauf, sieben Kollegen, nahm mich sofort auf.

Wir haben uns alle erst mal beschnuppert. Das ist sehr wichtig, wenn man so eng zusammen arbeitet. Ich konnte alles fragen und die Kollegen wollten auch viel wissen: Von meiner beruflichen Laufbahn, aber auch Persönliches. Ich erzählte also, dass ich aus Essen komme, zwei Söhne habe und mir Sport sehr wichtig ist.

Am Anfang meiner Arbeitslaufbahn machte ich eine Ausbildung als Bürokauffrau beim Modehaus Boecker. Anschließend habe ich in verschieden Firmen und Bereichen gearbeitet. Im Elektro-, Heizungs- und Sanitärbereich als Einkäuferin und als Produktmanagerin. Eins war mir immer wichtig: die Abwechslung und die Kommunikation mit Menschen. Zum Beispiel habe ich in einer Firma alle Mitarbeiter am PC geschult und war direkter Ansprechpartner, wenn etwas nicht funktionierte.

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Nun habe ich meinen Traumjob als Einkäuferin für Bauleistungen bei der GAG. Beruflich fühle ich mich jetzt richtig angekommen. Dafür wollte ich allerdings erstmal ein halbes Jahr „Technik für Immobilienkaufleute“ mit Abschluss in Bochum büffeln. Wow, da gab es einiges zu lernen. Aber das wollte ich unbedingt. Und dieser Job hier ist es wert. Jeder Tag ist spannend. Ich brauche die lebendige Art des Arbeitens. Manchmal kommen plötzlich neue Aufgaben hinzu – dann bin ich in meinem Element.

Nach drei Monaten Pendelei habe ich dann in Essen alles aufgegeben, mir in Köln eine Wohnung gesucht und noch mal ganz von vorne angefangen. Und das mit Mitte 50! Meine Familie – ich habe zwei erwachsene Söhne – war erst skeptisch, aber das hat sich schnell gelegt. Bisher habe ich es auch nicht bereut.

Die Kölner sind so herzlich und hilfsbereit. Als ich mit zwei gebrochenen Füßen sehr gehandicapt war, hat mir meine Nachbarin mehrere Wochen lang geholfen: Einkaufen, Blumen gießen, Wohnung in Ordnung halten. Sie meinte zu mir: „Wenn du noch einmal Danke sagst, komme ich nicht mehr.“ So sind sie, die Kölner.

Das ist ein Grund, warum ich mich hier so wohl fühle. Ich wohne in Müngersdorf. Von dort sind es nur ein paar Stationen in die Stadt und nur ein paar Schritte in den Wald. Oft schnappe ich mir den Hund einer Nachbarin, und wir gehen Richtung Stadion. Ich bin zwar kein Fußballfan, aber die Atmosphäre dort und das Drumherum gefallen mir sehr. Oft kehren wir auch noch auf einen Cappuccino im Astoria ein. Herrlich!

Köln ist so grün – damit hab ich nicht gerechnet. Das sagt man vom Ruhrgebiet ja auch immer. Vielleicht noch ein Punkt, warum ich mich hier so heimisch fühle.

Es macht wirklich Sinn, in Köln ohne Auto unterwegs zu sein. Die Einbahnstraßen und die ständige Parkplatzsuche machen einen wahnsinnig. Ich liebe die Bewegung, und wenn ich nicht mit Kollegen Yoga mache oder im Fitnessstudio bin, gehe ich für mein Leben gerne wandern. Demnächst mache ich Touren mit einer Kollegin rund um Köln. Wir haben uns in einem Mitarbeiterseminar kennengelernt. „Mit Diplomatie ans Ziel“ lautete das Thema. Das hilft nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch beim Wandern und überhaupt in allen Lebenslagen.

Foto: Patrick Essex
Text: Jana Mareen Züger

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