Diese Webseite benutzt Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und sein Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr Informationen hier!.

OK

Arsch huh für ein friedliches Zusammenleben!

17.12.2018 | Leben

„Arsch huh, Zäng ussenander!“ Es dürfte wohl kaum einen Bewohner Köln geben, der dieser derb-kölschen Aufforderung noch niemals begegnet ist. Bekannt gemacht hat sie Arsch huh e.V. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Ehrenfeld wurde 1992 als Reaktion auf die Ausländer-feindlichen Anschläge in Hoyerswerda und Rostock gegründet und ist auch mehr als 25 Jahre danach noch sehr aktiv.

Seine teils sehr prominenten Mitglieder engagieren sich ausdrücklich für eine tolerante Gesellschaft und die Stärkung der Demokratie, gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus. Sprecher des Vorstands sind gegenwärtig Stephan Brings, Basti Campmann (Kasalla), Hannes Schöner (Höhner), der Kölner Filmemacher Hermann Rheindorf und der Musiker Arno Steffen (LSE).

Manfred Post – hier im ausführlichen Porträt auf koelnbeste – war schon bei den Anfängen 1992 dabei und ist es bis heute. Der ehemalige Rockbeauftragte der Stadt Köln (von 1989 bis 2013) wirkt hauptsächlich als Organisator im Hintergrund der Initiative, zum Beispiel bei der Kampagne „Wähle jonn!“ und der Veedelstour mit den dazugehörenden Demokratiewerkstätten, einer Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung. Auch für 2019 sind jede Menge Aktionen geplant, vor allem im Zusammenhang mit den anstehenden Wahlen für das Europaparlament. „Wir führen bereits Gespräche mit Partnern, unter anderem mit Pulse of Europe und den Gewerkschaften“, sagt Post.

Der Verein lebt vom aktiven Engagement seiner Mitglieder und von Geldspenden. Wer sich also für eine offene Gesellschaft einbringen will, findet auf der Website Vereins Kontakte und/oder die Kontonummer. Zu den aktuellen Spendern zählt unter anderen die GAG Immobilien AG, die damit ganz bewusst ein politisches Statement setzt. Rund 100.000 Menschen aus über 100 Nationen leben in ihren Siedlungen in ganz Köln Tür an Tür. Damit das Zusammenleben funktioniert, braucht es die typisch kölschen Tugenden: Freundlichkeit, Offenheit und Toleranz – und klare Kante gegenüber denen, die Teile unserer Gesellschaft lautstark oder gar mit Gewalt ausgrenzen wollen.

Die Arsch huh-Mitbegründer Bläck Fööss haben dieses kölsche Lebensgefühl in ihrem Song „Unsere Stammbaum“ auf den Punkt gebracht:

„De janze Welt, su süht et us,
es bei uns he zo Besök.
Minsche us alle Länder
triff m‘r he aan jeder Eck.
M‘r gläuv, m‘r es en Ankara, Tokio oder Madrid,
doch se schwade all wie mir
un söke he ihr Glöck.“

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*