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„Bei uns kann man auf der Straße spielen!“

21.10.2016 | Menschen | 2 Kommentare

Name:
Anna-Svea

Geboren:
2007 in Köln-Nippes

In Köln seit:
immer

Beruf:
Schülerin der Steinberger Schule

Lieblingsort:
Die große Wiese in ihrer Siedlung

Ferien sind manchmal ein bisschen langweilig. Ich geh nämlich gerne in die Schule, und gerade haben wir Herbstferien. Vormittags war ich mit Mama Einkaufen und nachmittags mit Greta und Mila auf der großen Wiese in unserer Siedlung. Da sind immer viele Kinder, manchmal so ungefähr 60 oder noch mehr, mit denen man Fangen spielen kann oder Fußball. Fußball spiel ich aber nicht so gerne.

Die Leute in Nippes sagen zu dem Viertel, in dem meine Eltern, meine kleine Schwester Jule und ich wohnen, „autofreie Siedlung“. Dabei ist die autofreie Siedlung nur zwischen der Wagenhallenstraße und der Straße Am Alten Stellwerk. Die Mila wohnt da und die Lisa, eigentlich die meisten aus unserer Klasse.

„Die Autofahrer müssen auf uns aufpassen“

Die Lokomotivstraße, in der ich wohne, ist gleich daneben. Da dürfen Autos fahren, aber die Autofahrer müssen auf uns aufpassen. Manche fahren trotzdem schnell und man muss ganz plötzlich auf die Seite gehen. Wenn das einer von den Erwachsenen sieht, kriegt der Fahrer Ärger.

Ich find’s cool, dass es unsere Siedlung gibt. Meine Freundin Ronja wohnt in der Zonser Straße, da kann man nicht einfach auf die Straße gehen und spielen. Bei uns schon! Seit ich mich erinnern kann, wohnen wir hier. Ich kenn hier fast alle Kinder, außer die, die neu hergezogen sind oder gerade erst geboren wurden.

anna GAG koelnbeste

Wenn wir in den Urlaub fahren, vermisse ich am meisten meine Freunde. Und die Schule. Ich hab nur Einser, Zweier und eine Drei. Nächstes Schuljahr würde ich gerne auf die Gesamtschule Nippes gehen. Die haben eine Musikklasse. Da wollen wir hin, Mila und ich.

„Wenn wir weg waren, spielen wir immer, wer als erster den Dom sieht“

Zweimal in der Woche bringt unsere Lehrerin ihre beiden Hunde mit, Laila und Lucky. Das sind Geschwister, aber die sehen sich überhaupt nicht ähnlich. Unsere Lehrerin hat sie beiden irgendwo aus dem Ausland. Wenn sie die nicht gerettet hätte, wären sie ertränkt worden.

Ich hätte auch total gerne einen Hund oder am zweitliebsten eine Katze. Aber meine Mutter ist allergisch, deswegen geht das nicht. Manchmal geh ich mit Rakete und Schnuppe, den Hunden von Freunden von uns, Gassi. Die sind viel kleiner als Lucky und Laila, aber auch lustig und können sogar Kunststücke.

Wenn wir weg waren und wieder nach Köln reinfahren, spielen wir immer, wer als erster den Dom sieht. Ich geh gern in den Dom. Oder ins Nippeser Tälchen oder in den Mediapark, da ist immer im Oktober der Kinder-Rheinenergie-Lauf, da mach ich mit. Und Kinos sind da auch. Könnten wir eigentlich mal wieder hin. Papa?

Fotos Patrick Essex
Text Sebastian Züger

2 Kommentare

  1. Petra Hö sagt:

    Liebe Anna, liebe GAG!
    Das freut mich, dass du auf der Straße spielen kannst. Das ist in Mauenheim eigentlich auch so. Aber aktuell kann man als Kind noch nicht mal zur Schule oder zum Kindergarten gehen, ohne in Lebensgefahr zu geraten. Die GAG-Baustelle an der Nibelungenstraße ist eine einzige Katastrophe. Riesige Baustellenfahrzeuge und LKWs fahren (rückwärts und ohne Einweiser) über den Zugang zu Schule und Kindergarten in die Baustelle (und aktuell ist es morgens nicht besonders hell, was die Sichtbarkeit der Kinder nicht erhöht). Der eingerichtete Fußgängerüberweg (Zebrastreifen) ist dank Lehm aus der Baugrube verdreckt, überdeckt und nicht mehr sichtbar. Unmittelbar neben dem bereits fertiggestellten ersten Neubau werden Container aufgestellt, und die Stadt Köln untersagt den Druchgang, weil es sicher nach Meinung der Verwaltung um einen „Angstraum“ handelt. Und das, obwohl genau dort – in Verlängerung zum Zebrastreifen – die Möglichkeit für einen abgesichterten (mit Barken abgetrennten) Zugang/Weg für die Kinder besteht. Wofür die Container gut sind:??? Fragezeichen – denn eine Bauleitung gibt es vor Ort nicht und die GAG reagiert nicht auf Anrufe, E-Mails und Briefe.
    Tolle Nachbarn! In bestehenden und funktionierenden Veedeln fängt Nachbarschaft und Verantwortung für die Anwohner bereits vor dem Einzug an – aber davon ist bei der GAG nichts zu spüren.

    1. Kim Pubanz sagt:

      Liebe Petra Hö,
      vielen Dank für Ihren ausführlichen Beitrag! Wir bei der GAG sind naturgemäß sehr an der Sicherheit der Kölner Kinder interessiert und ebenso an einem guten Verhältnis der Nachbarn untereinander.
      Wir sind bereits seit einigen Wochen mit der Stadt Köln sowie mit Vertretern der Schulpflegschaft und dem Kindergarten bezüglich Beleuchtung und Sauberkeit in Kontakt und haben entsprechende Arbeiten durch die Bauleitung beauftragt. Allgemein sind Firmen, die für die GAG arbeiten, an sämtliche Sicherheitsstandards und Bestimmungen gebunden – da gibt’s keine Ausnahmen. Unsere Bauleiter überprüfen dies regelmäßig.
      Unsere zuständige Kundencenterleiterin hat bereits persönlich mit Ihnen Kontakt aufgenommen. Auch wir hoffen, dass den Kinder sehr bald ein sicherer Schulweg zur Verfügung steht.

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