„Auf Natur muss man in Köln nicht verzichten“

29.03.2017 | Menschen

Name:
Peter Samonig

Geboren:
1976 in Neuenbürg an der Enz

In Köln seit:
2003

Beruf:
Urbaner Natur-Pädagoge, Querwaldein e.V.

Lieblingsort:
Kalscheurer Weiher

Ich heiße Peter Pusteblume. Naja, eigentlich Peter Samonig, aber Peter Pusteblume können sich die Kinder in unseren Gartenclubs besser merken. Und mehr Spaß macht der Name auch.

Mit meinem Kollegen Rainer Radieschen, pardon, Rainer Curdt betreue ich unter anderem den Gartenclub in Bickendorf hinter den Y-Häusern. Neulich wurde uns eine größere Ladung Weidenzweige gespendet. Aus einigen Ästen haben wir Bohnenstangen mit Gesicht geschnitzt, einen Sonnenschutz für unsere Chill-Ecke gebaut und aus dem Rest einen lebenden Stuhl, der jetzt im Frühjahr austreibt. Uns ist es wichtig, den Großstadtkindern die Natur vor der Haustür mit allen Sinnen näherzubringen. Spaß und Spiel kommen dabei nie zu kurz.

Meine Liebe zur Natur und meinen Bewegungsdrang habe ich aus dem Schwarzwald mitgebracht, wo ich aufgewachsen bin. Hinter unserem Haus ging’s direkt raus in die Natur, wo wir Kinder jede Menge Abenteuer erleben konnten. Als Austauschschüler habe ich später ein bisschen der USA gesehen, danach verbrachte ich ein paar Jahre in Stuttgart, ehe mich das Sportstudium nach Köln verschlug.

Mein erster Gedanke zu Köln: „Größer.“

Mein erster Gedanke zu Köln war: „Größer. Das ist hier größer! Und es gibt an jeder Ecke einen Kiosk.“ Auf Grün und Natur muss man in Köln trotzdem nicht verzichten, was meiner Sportbegeisterung sehr entgegen kommt. Ich klettere gerne und mache Radtouren mit meiner Frau und unserer kleinen Tochter, die im Fahrradanhänger mitfährt. Manchmal radeln wir von Ehrenfeld aus am Dom vorbei und weiter am Rhein entlang bis nach Rodenkirchen und zum Forstbotanischen Garten, manchmal aber auch nur bis zur Flora und zum Zoo. Dort sitzen wir einfach im Regenwaldhaus und lassen die Kleine die Pflanzen und Steine entdecken.

Ein besonderer Tipp für Naturliebhaber in Köln ist der Kalscheurer Weiher. Hier kann man wunderbar Fischreiher, Kormorane und Schwäne beobachten. Außerdem ist es ein wundervoller Platz für Sonnenuntergänge. Schön finde ich an Köln, dass es hier nicht komplett zugebaut ist und der Grüngürtel viel Abwechslung bietet. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich mich auch beruflich häufig hier im Grünen austoben kann.

Die Kölner Gartenclubs sind übrigens ein gemeinsames Projekt der GAG und des Vereins Querwaldein, für den ich seit August 2010 als Urbaner Natur-Pädagoge arbeite. 2011 entstand die Idee, in den strukturschwächeren Stadtteilen gemeinschaftliche Gartenprojekte für Kinder, Eltern und Anwohner kostenfrei einzurichten. Inzwischen gibt es in Köln elf GartenClubs. Der neueste ist in Niehl, ein Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Köln, der Kindertagesstätte Hamborner Straße und dem Mehrgenerationenwohnprojekt LEDO. Dort haben wir sogar rollstuhlgerechte Hochbeete.

Der Gartenclub in Bickendorf ist übrigens immer donnerstags geöffnet – in der Winterzeit von 15 bis 17.30 Uhr, in der Sommerzeit von 16 bis 18.30 Uhr. Ich freu mich schon aufs nächste Mal mit Sean Paul, Kisha, Leonel, Alisha, Chanel, Mehmet, Mustafacan, Kevin, Hayat und all den anderen Kindern.

Übrigens: Die GAG bietet in den Osterferien 2017 viele tolle Aktionen an. Auch einige Gartenclubs machen mit. Infos gibt’s hier.

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Fotos Patrick Essex
Text 
Jana Züger

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